Graduate School of the Arts (GSA)

Portraits der Doktorierenden

Martina Eberle

Martina Eberles Forschungsinteresse gilt Formen der Konfiguration von Wissen und der Konstruktion von Expertise sowie den damit verbundenen Praktiken in inter- und transdisziplinären Kontexten. In ihren Forschungsaktivitäten befasst sie sich mit Praktiken der Evaluierung, Ökonomisierung und Kapitalisierung sowie den diesen Praktiken zugrunde liegenden moralischen und politischen Ordnungen und den damit einhergehenden Formen der Gouvernementalität und Subjektivierung. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt, das sie als Doktorandin am Institut für Sozialanthropologie an der Universität Bern als Mitglied der Graduate School of the Arts verfolgt, analysiert sie die diskursiven Objekte ‚Kultur’ und ‚Wert’ als Akteure im Kontext von Transformationsprozessen in Unternehmen und untersucht diese in Bezug auf deren Eigenschaften, Relevanz und Wirkung.

Martina Eberles berufliche Erfahrungen umfassen Tätigkeiten im Innovationsmanagement, in der Markt- und Geschäftsentwicklung, im Sponsoring, im Fundraising und Stakeholder-Management sowie im Kommunikations- und Ausstellungsdesign – dies in folgenden Geschäftsfeldern: Informations- und Kommunikationstechnologie, Mobilität, Nachhaltigkeit und Social Entrepreneurship. Ausserdem war sie mehrere Jahre als Dozentin und Mentorin an Kunsthochschulen im In- und Ausland tätig. Martina Eberle verfügt über ein Diplom als Produktgestalterin der Höheren Schule für Gestaltung Zürich, einen Master in Communication Design der Hochschule der Künste Bern, einen Master of Arts in Research on the Arts der Universität Bern und über einen Executive MBA der London Business School und der Columbia Business School New York.

Betreuungspersonen

Prof. Dr. Heinzpeter Znoj, Universität Bern, Institut für Sozialanthropologie
Prof. Dr. Arne Scheuermann, Hochschule der Künste Bern HKB, Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign

Titel des Promotionsvorhabens

Regimes of Harmonization

In den letzten Jahrzehnten sind in der Disziplin den Sozial- und Geisteswissenschaften verschiedene wissenschaftliche Beiträge entstanden, die neoliberale Formen des Kapitalismus analysieren. In diesem thematischen Kontext angesiedelt untersucht dieses Forschungsprojekt die Verwendung und Wirkung der diskursiven Objekte ‘Kultur’ und ‘Wert’ in der zeitgenössischen Managementpraxis.

Basierend auf der Hypothese, dass die diskursiven Objekte ‘Kultur’ und ‘Wert’ als Instrumente der Herrschaft agieren, wird in diesem Forschungsprojekt analysiert, wie soziale Normen kombiniert mit Techniken der Disziplinierung eingesetzt werden, um analoge und digitale Infrastrukturen zu konfigurieren, welche in Unternehmen zur Definition einer fixen Identität, zur Schaffung einer normativen Gemeinschaft und zur Gestaltung standardisierten Geschäftspraktiken, -verfahren und -vorgänge verwendet werden.

Geleitet von der Frage “Welche Art von Wirkung haben die diskursiven Objekte ‘Kultur’ und ‘Wert’?” analysiert dieses Projekt Praktiken der Sinn- und Wertstiftung in ökonomischen System durch die Verwendung der diskursiven Objekte ‘Kultur’ und ‘Wert’ anhand einer empirischen Studie, die an mehreren Standorten eines mittelgrossen multi-nationalen Fintech-Unternehmens durchgeführt wird, welches für die globale Finanzindustrie Software entwickelt und Business Process Outsourcing Centers betreibt.

Forschungsschwerpunkte

Thematischer Forschungskontext: Social Studies of Finance, Valuation Studies, Critique of Capitalism, Critique of Neoliberalism, Critique of Design
Theoretische Perspektiven: Post-koloniale Theorien, politische Theorien, kritische soziale Theorien
Disziplinen: Anthropology of Business, Anthropologie der Organisationen, Anthropologie der Moral, Anthropologie des Wissens/Denkens
Schlüsselbegriffe: Gouvernementalität, Subjektivierung, normative Ethik, Disziplinierungstechniken